Der Co-Founder war schon lange ganz nah

 

Vielleicht lässt sich daraus ja ein Geschäftsmodell entwickeln, dachte sich Louisa. Als ihre Idee im Frühjahr 2019 konkreter wurde, kündigte sie bei ihrem damaligen Arbeitgeber Digital Home und konzentriert sich ab Oktober ganz auf apartmen. Der offizielle Gründungstermin des Startups liegt im Februar 2020. Dazwischen war sie unter anderem auf der Suche nach einem geeigneten Mitgründer. Es sollte jemand sein, der ihre Kompetenzen ideal ergänzt. Also am besten jemand mit Kenntnissen in den Bereichen IT und Finanzen.

 

 

Das Gründerpaar von apartmen: Marc Bartscht und Louisa Verch
Das Gründerpaar von apartmen: Marc Bartscht und Louisa Verch

 

 

Wie so oft lag das Gute ganz nah. Privat ist sie schon lange mit Marc Bartscht zusammen. So lange, dass zuerst gar nicht an ihn als Geschäftspartner gedacht hatte und dann ihre Beziehung durch die neue Konstellation nicht gefährden wollte. Dabei vereint seine Tätigkeit bei einem Digitalen Familiy Office beide erwünschen Qualifikationen. Außerdem ist er Kandidat für den renommierten Titel eines Chartered Financial Analyst (CFA); die dritte von drei Prüfungen hat er noch vor sich. Irgendwann war beiden klar: Was privat funktioniert, sollte bei diesen Voraussetzungen auch beruflich klappen.

 

 

Appinio half apartmen dabei, Männer zu verstehen

 

Was Männer in Einrichtungsfragen wollen, dafür hatte Louisa zumindest ein Gespür entwickelt. Genauere Erkenntnisse konnte sie durch eine empirische Umfrage mit fast 500 Teilnehmern gewinnen. Entwickelt hat sie die dazugehörigen Fragen mit dem Hamburger Marktforschungs-Startup Appinio. Anhand der Ergebnisse konnte sie typische Nutzerprofile erstellen, an denen sich der Service momentan orientiert. Zunächst müssen die einrichtungswilligen Männer ein paar Informationen abliefern. Die betreffen Art, Größe und Schnitt des Raums, dann allgemeine Angaben zum Lebensstil, die beispielsweise auch Freizeitverhalten oder Ernährungsweise beinhalten, und den Budgetrahmen.

 

Danach bekommen die Nutzer bildlich ein komplettes Einrichtungskonzept vorgestellt. Sie können entweder das gesamte Angebot bestellen, auch über das Smartphone, oder sich einzelne Möbelstücke herauspicken. Zu jedem Teil gibt es außerdem Alternativvorschläge, die sich beliebig kombinieren lassen. Der Service bis zu diesem Zeitpunkt noch vollständig kostenlos. apartmen verlangt keine Gebühren und verdient lediglich an den Verkaufserlösen der Partnerunternehmen. Extrakosten entstehen nur dem, der Lieferung und Aufbau aller Möbel an einem Tag wünscht.

 

 

So könnte ein Einrichtungsvorschlag von apartmen aussehen
So könnte ein Einrichtungsvorschlag von apartmen aussehen

 

Aktuell arbeitet apartmen mit drei großen Händlern zusammen, die ein umfangreiches Sortiment mit vielen Marken anbieten. In Zukunft können auch kleinere Unternehmen dazukommen, ebenso Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Werken eine Wohnung zusätzlich verschönern. Gestartet ist apartmen am 11. September und hat bereits nach wenigen Tagen den ersten Kunden gewinnen können. Wenn in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich noch viele dazukommen, wird das auch die Treffsicherheit der Vorschläge weiter verbessern. Die Verkaufsdaten fließen nämlich in die smarten Algorithmen ein, die die Empfehlungen ausspielen.

 

 

Im nächsten Schritt soll Augmented Reality zum Einsatz kommen

 

In Zukunft soll aber nicht nur diese Form der künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen, sondern auch eine weitere innovative Technologie: Augmented Reality. Nutzer können dann mit ihrem Smartphone das einzurichtende Zimmer erfassen. Die auf diesen Daten und dem zuvor beschriebenen Stiltest basierenden Vorschläge lassen sich dann ebenfalls per Smartphone quasi in den Raum projizieren. So entsteht ein virtuelles Bild davon, wie die tatsächliche Einrichtung einmal aussehen wird. Wann aus dieser Zukunftsvision Realität wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob apartmen Investoren für seine Geschäftsidee begeistern kann.

Zahlungskräftige Kunden würden natürlich auch helfen. Aber müssen die unbedingt männlich sein? Louisa, die übrigens auch das Branchennetzwerk Women in Furniture gegründet hat, hat ihr Konzept zwar zunächst auf Männer ausgerichtet. Frauen dürfen es aber natürlich auch nutzen. Schließlich haben auch von ihnen viele das Bedürfnis, in einer schön eingerichteten Wohnung zu leben, aber nicht unbedingt Lust und Zeit, sich um alle Details zu kümmern.

 

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